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Ohrakupunktur

 

Ohrakupunktur in der chinesischen Medizin

Bis in das 1. Jahrhundert v. Chr. soll die erste schriftliche Erwähnung der Ohrakupunktur
in der chinesischen Kultur zurückreichen. Das Huangdi Neijing ist eines der ältesten Standardwerke der chinesischen Medizin. Übersetzt wird es als „Innerer Klassiker des
Gelben Fürsten“, „Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin“ und „Die Medizin des
Gelben Kaisers“. Es besteht aus zwei großen Teilen. Es ist die Grundlage und richtungs-weisend für die Ausbildung innerhalb der chinesischen Medizin. Die Ohrakupunktur fand
in der Tang-Dynastie (618 – 907 n. Chr.) mit 20 vorderen und hinteren Ohrpunkten
Erwähnung. Sie wurde im Gegensatz zur Körperakupunktur in China über die weiteren Jahrhunderte nicht weiterentwickelt.

 

Quelle: Fotolia - OhrakupunkturQuelle: Fotolia - Ohrakupunktur

 

Erst der französische Arzt Paul Nogier 1957 rückte diese Form der Akupunktur wieder in
das Interesse der Ärzte, die mit chinesischer Medizin arbeiteten. Seine Erfahrungen und Erkenntnisse wurden dann wieder nach China gebracht und erst daraus entwickelte sich
dann die Chinesische Schule der Ohr-Akupunktur.

Der Vollständigkeit halber sollte noch erwähnt werden, dass auch andere Kulturen
(Perser, Ägypter, Griechen u. a.) die Ohrakupunktur für sich entdeckten. Es existiert neben
der Chinesischen Schule auch noch die Französische und die Wiener Schule. 

Die exakt definierten Körper- wie auch Ohrakupunkturpunkte lassen zwar ein Energiesystem im menschlichen Körper vermuten, wissenschaftliche Beweise gibt es bisher jedoch nicht. Abgesehen davon, findet auch in der Schulmedizin die Körper- und Ohrakupunktur immer
mehr ihren Platz.

 

Indikationen

Die Indikationen für den Einsatz der Ohrakupunktur sind genau wie bei der Körperakupunktur breit gefächert. Bei vielen Erkrankungen kann die Ohrakupunktur ergänzend eingesetzt werden. Hier nur einige Beispiele: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, gastrointestinale Erkrankungen, urogenitale Erkrankungen, Hauterkrankungen, Allergien, Augenerkrankungen, Suchterkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, hormonelle Erkrankungen, neurologische Erkrankungen, psychische Erkrankungen, Angstsyndrome.

 

Durchführung der Ohrakupunktur

Für die Ohrakupunktur werden Einmal-Nadeln verwendet, die einen Durchmesser von
ca. 0,2 – 1mm aufweisen. Die Punkte im Ohr lassen sich nur auffinden, wenn eine Irritation
des dazugehörigen Organs vorliegt. Man spricht dann davon, dass diese Punkte aktiv sind.

 

Wie viele Behandlungen sind notwendig?

Hier gilt das gleiche, wie bei der Körperakupunktur. Je älter die Erkrankung ist, desto länger braucht der Körper um sich umzustellen, also der Patient auch eine länger andauernde Behandlung. Bei der Ohrakupunktur ist das nicht viel anders. Nach ca. 3 – 6 Behandlungen kann meistens vom Therapeuten besser eingeschätzt werden, wie die Reaktionsbereitschaft des jeweiligen Patienten gelagert ist. Erfahrungsgemäß werden gute Ergebnisse nach
ca. 6 – 10 Behandlungen erzielt. Die Behandlungsintervalle unterscheiden sich nach chronischen oder akuten Erkrankungsbild.

 

Gibt es Nebenwirkungen durch Ohrakupunktur?

Wie bei der Körperakupunktur sollte eine fachlich gut durchgeführte Ohrakupunktur keine negativen Nebenwirkungen aufweisen. Es ist jedoch möglich, dass es im Laufe der Behandlung zur Reaktivierung chronischer Prozesse kommen kann. Ein Zeichen, dass im Körper eine Veränderung stattfindet. Solch positive Reaktionen sollten dem Therapeuten unbedingt mitgeteilt werden. Er wird dann seine Behandlung darauf abstimmen.

Auch hier findet der Heilungsverlauf von innen nach außen statt und kann sich über Veränderungen über die Haut, den Stuhl, Urin oder Schweiß äußern.

Nach der Akupunktur empfindet der Patient nicht selten eine angenehme Entspannung und
er hat ein vermehrtes Schlafbedürfnis. Größere Aktivitäten sollten nach einer Akupunktur
daher unbedingt vermieden werden. Besser ist es, dem Körper Zeit zur Entspannung einzuräumen und sich nicht anschließend sofort wieder in das Alltagsgeschehen oder die Arbeit zu stürzen.

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